Leere
Mooji:Diese Leere ist kein triviales Ding. Es ist der höchste Zustand. Aber im Bewusstsein gibt es kein Jucken, und ich verwende gern den Begriff "Athletischer Fußverstand". Im Verstand kommt ein Gedanke hoch, es entsteht ein Jucken und gleichzeitig die Notwendigkeit daran zu kratzen, du kennst das. Das ist gleich einer Frage. Sobald eine Frage auftaucht, gibt es automatisch mehr zu lösen. Ich sage aber: Verweile nur als das und dieser Juckreiz wird sich legen. Wenn dieses Jucken auftaucht, entsteht automatisch die Versuchung zu kratzen, aber es macht alles nur noch schlimmer. Beobachte das einen Moment lang. Aber verweile als das, was du bist, da du diese Leere nicht verbessern kannst. Viele Wesen sehnen sich danach diese Leere zu sein oder zu dieser Leere zurückzukommen. Wenn du einschläfst, lässt du all deine Sorgen und Angelegenheiten hinter dir, und du liebst das ohne sie zu sein. Wie viel Geld geben wir für Bett, Schlafzimmer und für guten Schlaf aus, damit wir alles vergessen können. Und wenn man erwacht, gibt es eine Erfrischung im Sein, da es alle Sorgen abgelegt hatte. Diese Leere wird durch Sorgen in den Schatten gestellt. Jedes Mal wenn du dich mit Sorgen und Angelegenheiten des Lebens beschäftigst, dann wird dein Sein unterbrochen. Daher bringt ein wenig Meditation und Selbst-Hinterfragung dich zu dieser Affirmation in dir zurück, zur Erkenntnis, dass alles nur eine Art Leere ist - jenseits aller Vorstellungen von Leere. Nun, kannst du aus dieser Leere aussteigen?
Frage:Nicht bereitwillig. Ich weiß, dass ich kann. Ich hab nie zuvor versucht daraus zu flüchten...
M:Was bist du in der Leere? Bist du IN der Leere so wie du in diesem Zimmer sein kannst, oder bist du die Leere? Sieh, ob du in etwas sein kannst. Es gibt da zwei Empfindungen: eine Ich-Empfindung und eine 'Ich bin in etwas'-Empfindung. Wenn du dich in etwas fühlst, dann wird Leere zu einer Art Erfahrung und du wirst der Erfahrende, und es gibt eine Art Dualität. Daher ermöglicht es eine Empfindung, dass das verlassen werden kann, es wird viel lebendiger und echter; eine Möglichkeit. Das ist der Grund, warum ich dich frage: Was bist du in der Leere? Welche Form trägst du in der Leere? Bist du darin oder bist du sie?
F:Ich bin darin.
M:Wenn du darin bist, wie kannst du dann raus?
F:Etwas kommt und bedeckt es. Müll.
M:Wenn du auf Erden bist, kannst du sagen: eine Wolke bedeckt die Sonne, aber die Sonne kennt das Bedecken nicht. Es kennt die Empfindung 'Ich bin bedeckt' nicht.
F:Es ist also wichtig, wer sieht?
M:Ja. Wenn du sagst 'Ich bin bedeckt', ist es als ob ich mich vor mir selbst verstecken würde. Das einfache Sehen dessen ist sehr wichtig. Es ist nur durch dieses feine Übersehen, dass sich der Schmerz einschleicht, dieser Sinn der Getrenntheit, der Trennung in dir selbst. Wenn du das jedoch wirklich hinterfragst, stellt es sich als eine Art Betrug heraus. Du bist nur du. Gestern sprachen wir darüber, dass ein Messer so viele Dinge durchschneiden kann, aber es kann sich selbst nicht schneiden, da es das Messer selbst ist. Und eine Waage kann so viele Dinge abwiegen nur nicht sich selbst. Ein Auge sieht so viele Dinge, nur nicht sich selbst, da es das Auge selbst ist. Und du bist du selbst, du kannst dich selbst nicht betrachten. Du kannst nur Ideen von dir betrachten. Du bist diese Einheit. Es gibt keine Trennung in dir. Nur durch diese Funktion des Bewusstseins scheint es als ob du etwas Qualitatives, etwas Bewertendes bist. Aber was auch immer du sehen kannst, das kann nicht du selbst sein.
F:Auch Leere?
M:Leere ist im gegenwärtigen Moment nur eine Idee. Ein Wort im Bewusstsein. Aber es deutet auf etwas hin, das du intuitiv fühlst. Es ist mehr wie 'Leere betrachtet Leere', oder 'Bewusstsein betrachtet Bewusstsein'. Es gibt da nicht wirklich eine Seinsform, die darin beobachtet wird. Es gibt nicht wirklich Worte um dies angemessen auszudrücken. In diesem Moment bist du sogar die Peripherie von Sprachen, und die Wörter erschöpfen ihre eigene Energie, da keine Wörter ausreichen würden. Nur diese Anerkennung 'Ich bin', aber ich kann nicht aussprechen, was ich bin. Du kannst dieses Ich-Sein nicht definieren.
Irgendeine Unruhe?
F:Ja. Ich fühle mich unwohl...
M:Denke nicht, dass du nicht sollst. Manchmal glaubt man: Wenn ich mich nur gut fühlen würde, ... dazu habe ich ein passendes Beispiel: ein Freund rief an. Ich fragte ihn, wie es ihm geht, und er sagte: "Ich bin noch in der Arbeit, und es ist ein ziemlich stressiger Tag, aber zum Glück sind es nur noch ein paar Stunden bis zum Feierabend, und zuhause nehme ich ein Bad und dann wird alles gut sein...." Ich sagte: Nein. Lass dich von deinem Verstand nicht um ein paar Stunden betrügen. Warum 'und dann' sagen? Wir denken immer auf diese Weise. 'Wenn die Kinder groß sind, dann fang ich wieder an zu leben, dann kann ich wieder für mich leben' oder 'Wenn ich nur diese Hypothek erledigt hätte...'. Wenn..., dann...- immer dieses Versprechen, verstehst du? Das ist der Dieb. Daher sagte ich: Nein. In diesem Augenblick bist du. Und sofort war seine Antwort: Danke. Er brauchte nur dies um zurückzukommen. Es war genug um sein Streitgespräch zu stoppen. Manchmal geht dieses Sprudeln weiter. Wenn du es nicht liebkost, kannst du es ignorieren. Es ist wie mit dem Kochen. Du kochst Suppe oder Dhal. Du machst den Herd aus, aber es kocht noch weiter. Nach und nach beruhigt es sich jedoch, da sich die Quelle, der Treibstoff erschöpft, verstehst du? Dieses Ausschalten ist nur deine Überzeugung: Was auch immer erscheint, bin nicht ich. Immer noch ein bl,bl,bl,bl..... Es wird sich beruhigen, aber man wird darauf nicht warten.
F:Was ich brauche, ist von dir daran erinnert zu werden
M:Nein. Das brauchst du nicht. Genieße es. Du brauchst nichts. Genieße es daran erinnert zu werden. Danke dir.
