Eigenmächtiges Tun ist ein Mythos

In vielen Tempeln Indiens siehst du Leute die Kampfer verbrennen. Wenn du Kampfer verbrennst, brennt es hell, und sobald sich die Flamme erschöpft hat, gibt es keinen Rückstand. Nichts bleibt übrig. Dieser Kampfer repräsentiert deinen identifizierten Zustand. Das Feuer ist Satsang. Er räumt all deine Identifizierungen aus dem Wege. Nichts bleibt übrig. Sei wie der Kampfer. Tatsache ist, wenn man Kampfer ins Freie gibt, verdunstet es nach ein paar Tagen. Einmal habe ich eine Packung Kampfer gekauft, und ich wusste damals nicht viel darüber. Ich hatte die Packung in meinem Zimmer aufbewahrt und habe sie vergessen. Nach einigen Monaten öffnete ich die Packung, und es war nichts darin, er war verschwunden. Wie wunderbar! Ähnlich wie Kampfer verflüchtigst du dich. Du verschwindest - was bedeutet das? Die ganzen Ideen und Vorstellungen, die du von dir hast, verschwinden. In diesem Moment - was bleibt übrig? Wisst ihr was, ich sehe einige von euch an, und ich kann in euren Augen sehen, dass nichts ‚dahinter' ist. Nichts. Nur eine Schale sitzt hier. Nur eine Schale, nichts darin, leer. Ihr habt den Blick dieser Hühner, wenn sie brüten, eine Art inwendiger Blick in den Augen. Ihr habt den gleichen Blick der Leere: Niemand da und doch erscheinen diese Wörter ganz einfach im Bewusstsein. Sie werden gehört. Wahrheit ist da. Wahrnehmen wird wahrgenommen. Aber was ist mit dir, dem Wahrnehmer? Welches Bild kannst du in diesem Augenblick von dir selbst präsentieren? Wo bist du in alldem? Und doch sehe ich keine Furcht, keine Unruhe. Verweile hier. Verweile darin. Ich meine nicht: "Sitz ruhig und schließ alle Türen und verkrieche dich." Das ist bloß eine weitere Gedankenvorstellung. Satsang ist kein Gegensatz zur Aktivität. Aktivitäten entstehen. Es wird gleichfalls beobachtet, dass eine Kraft diese Aktivitäten erzeugt. Es entfaltet sich und manifestiert sie durch diese Form, durch diesen Körper. Wie geschieht das? Aktivitäten geschehen im Bewusstsein. Was nimmt das wahr? Du bist das Bewusstsein, in welchem alles ganz einfach entsteht. Lass es so sein. Keine Notwendigkeit sich einzumischen. Und das Gefühl, der Drang etwas zu tun wird in dieser Gegenwart ausgeführt. Das ist sehr natürlich.

Gewöhn dich daran Leere zu sein

Ich befürworte hier keine neue Rolle für dich, Tatsache ist, dass ich all deine Rollen aus dem Weg räume. Eigenständiges Tun ist ein Mythos. Die innenwohnende Lebenskraft des Bewusstseins wirkt spontan weiter, und es gibt einen Beobachter. Du bist jedoch nicht der Beobachter. Beobachten geschieht spontan. Was bist du? Gewöhn dich daran Leere zu sein; leer jenseits aller Vorstellung von Leere. Wie kann ich dich berühren? Was bleibt übrig für mich um von dir zu sehen? Wo bist du? Bist du nicht auch nur eine Vorstellung in alldem? Nun kommt Angst, Angst entsteht: "Oh, wenn ich nicht bin, wie kann ich weitermachen?" Das ist auch nur eine Gedankenvorstellung. Im Sein gibt es keine Unterbrechung oder Fortsetzung. Das sind nur Gedanken. Du bist hier mit einer ziemlichen Leichtigkeit. Völlige Entspannung im Sein. Völlige Gegenwärtigkeit. Hier bist du, wo ‚du' nicht bist. Über diese Art von Verrücktheit sprechen wir nur hier und doch widerhallt alles mit völliger Wahrheit und Klarheit in dir. Du kannst das niemals wirklich aussprechen. Es gibt keine Wörter, keine Vorstellung, die das ausdrücken können. Du bist ganz einfach. Würdige das. Wie? Indem du die Neigung dich in deine Gedanken einzubeziehen fernhältst. Die Gedanken kommen hoch. Lass sie hochkommen, keine Notwendigkeit in Panik zu geraten. Verweile ausschließlich als Leere. Behalte den Kopf neutral und das, was wir jetzt als Verstand bezeichnen, wird dann nur noch Selbst sein. Verweile darin. Du bist bereits eins damit. Du hast nur geträumt, du wärst etwas anderes als das.
Ich erinnere dich nochmals daran, dass eine der männlichsten Neigungen menschlichen Bewusstseins die Identifizierung mit dem ‚Macher' ist. Fass diesen ‚Machersinn' nicht an, und du wirst frei sein. Fass ihn an, sei der Macher, und es wird Karma für dich geben, du wirst die Früchte von Karma ernten. Sei der Macher und du übernimmst die Verantwortung deiner Identifizierung. Fass diesen Machersinn nicht an, und du verbleibst als Freiheit. Aktivitäten bedeuten nicht eigenständiges Tun. Aktivitäten entstehen durch sich selbst, ganz spontan. Berühr den Machersinn, und du beginnst in der Welt der Manipulationen herumzusegeln. Du beginnst zu vermeiden, auszuwählen, zu beurteilen. Du kommst in ein Feld von Bedrängnis, Nöten, Arroganz und Stolz - die Krankheiten der Menschheit, wie ich sie nenne. Verweile nur als Leere und sieh. Der Gedanke schaltet ein und sagt: "Aber wie kann ich als das verweilen, wenn ich Pflichten zu erfüllen habe?" Manche Leute sagen: "Es ist in Ordnung zum Satsang zu kommen und schöne Gefühle zu haben, aber ich muss jetzt zurück zur wirklichen Welt." Was ist die wirkliche Welt? Du meinst, du musst zurück zur unwirklichen Welt. Bleib als die wirkliche Welt. Was ist die wirkliche? Sie ist keine Leere. All das, alles, was du wahrnehmen kannst, woran du dich erinnern kannst, woran du denken kannst, ist ein Spiel des Bewusstseins. Wenn wir wirklich Welt sagen, meinen wir oft das Zurückgehen zum Wahnsinn der Identifizierung. Du hast den Eindruck, wenn du dich nicht mit dem, was du wahrnimmst und begreifst, identifizieren kannst, - mit deiner Rolle und deiner Pflicht als Macher -, dass du dann auch gleich tot sein kannst. Aber ich sage dir, welche Rolle auch immer dein Körper-Verstand-Ausdruck angenommen hat zu spielen, das wird gespielt. Wenn du denkst, dass du zuhause in deinem Zimmer sitzen musst und nirgendwohin gehen und Leute vermeiden sollst, dann hast du das Gesagte hier leider missverstanden. Das Leben geht ganz normal weiter, und Tatsache ist, es wird viel reicher gelebt, viel schöner; du wirst es jedoch nicht gegen deinen Frieden austauschen. Wenn du nur als Leere verweilst, wirst du sehen, dass alles da ist. Wenn du die Persönlichkeit nur als eine Rolle siehst, die das Bewusstsein in dieser Form spielt, ist alles in Ordnung. Du brauchst nicht zu Leuten gehen und sagen: "Ich bin nicht John" oder "Das bin nicht ich". Das ist nicht wahr. Du kannst ich, mich, mein sagen oder ‚ich tue das', ‚ich gehe dorthin'...- aber es hinterlässt keine starken Eindrücke im Bewusstsein. Es ist alles einfach das Wirken des Bewusstseins.
Es ist wunderbar, wenn das vom Ort der Nicht-Identifizierung gesehen wird; mit Identifizierung wird es chaotisch. Lerne von mir. Ich bin auch hier. Manche neigen zu denken: "Ja gut, es ist in Ordnung für dich, du reist herum, du sprichst zu Leuten, das ist, was du machst." Aber es gibt auch für mich sehr viele unterschiedliche Ausdrücke. Ich habe auch ein kleines Chai-Geschäft, und manchmal gibt es Energie im Garten zu arbeiten, zu reisen oder was auch immer. Es geschieht ganz einfach. Ich mische mich da nicht ein. Ich lass es entstehen, es ist in Ordnung so. Ich bin in alledem gegenwärtig. Meine Freude, mein Friede wird dadurch nicht vermindert. Es gibt natürlich Zeiten, in denen der Körper und der Verstand und das Bewusstsein da ist - und all das im Spiel des Bewusstseins. Und das Bewusstsein ist kein guter Kerl. Gut, schlecht, unbedeutend, hässlich... all das ist da. Ich identifiziere mich nicht damit. Ich beobachte nur, dass es eine Rolle ist, irgendwie ist all das ein Tanz, der gemäß seiner Natur getanzt wird. In seiner Essenz ist das Bewusstsein jedoch rein. Das reine Bewusstsein ist das Bewusstsein ‚Ich bin', es ist von allem die Wurzel, durchströmt alles, aber es wird zuletzt gesehen. Sobald es eine Identifizierung annimmt, wird diese Essenz irgendwie durch seine Interessen, Vorlieben, Neigungen und Abneigungen vernebelt. Sie verdecken die Essenz, und das Bewusstsein gerät in Verwirrung. Es wird durch das, was es wahrnimmt, hypnotisiert. Es nimmt an, diese bloßen Wahrnehmungen selbst zu sein, und der intrinsische Friede, die Freude, Leere, Stille, Ruhe und Liebe werden zu Objekten, nach denen in Beziehungen oder in ‚anderen' gesucht wird, anstatt es als seinen natürlichen Zustand zu erkennen. Das wird vermisst. Wer vermisst es? Das Bewusstsein in Identifizierung bezeichnen wir ‚du' ‚ich' ‚Harry' ‚John' ‚Susan'. Das bloße Sehen dessen ist genug. Sieh das. Sieh es tief im Herzen und nicht auf einer intellektuellen Weise, jedoch mit einem Drang und Wunsch frei zu sein. Ein Sehen mit Aufrichtigkeit - um zu den Wurzeln zu kommen - befreit dieses verwirrte Bewusstsein rasch in reines Bewusstsein, in reine Essenz und Freude. Das kannst du nicht auf Universitäten lernen, nicht in Cafes, du wirst dich nicht auf dem Marktplatz daran erinnern. Das ist dein Moment. Sei total offen, gegenwärtig, verfügbar und aufrichtig. Lass es deine wirkliche Entdeckung sein, die Erkenntnis dessen, was du schon immer gewesen bist. Es ist dein gutes Glück, dass du jetzt hier bist. Nicht bei Mooji, und es ist jetzt nicht 7.30 Uhr abends in Fariview H. Nr. 12. Hier ist jenseits aller Orte. Jetzt ist außerhalb der Zeit. Dieses ‚Hier & Jetzt' kannst du niemals verlassen. Was kannst du machen um verlassen zu werden? Du bist in völliger Einheit mit dir selbst. Sauge völlig ein, was ich sage. Erlaube es völlig im Bewusstsein aufgenommen zu werden. Danach wird deine Lebensansicht, dein Verstand ganz von sich selbst anders sein. Lass deinen Verstand, deine Neigungen voll in diesem Verstehen getauft werden. Satsang ist ein schwefelhaltiges Säurebad, in welchem dein Bewusstsein eingeweicht wird. Erlaube deinem Bewusstsein in sich selbst zu ruhen. Verweile nur als ‚Ich bin', nur als Bewusstsein, als Leere. Halte deinen Kopf neutral. Es ist genug. Genug. Das ist es. Das ist jenseits der Worte ‚Das ist es'. Was ich dir gesagt habe, ist alles, was du wissen musst. Es ist alles, was du hören musst. Und doch werde ich es immer wieder sagen. Es ist die Seife, die alle Eindrücke abwäscht. Vom Ort des wahren Selbst ausgehend, sind alle Eindrücke unwahr. Es lässt dich als das ‚Du' ohne das ‚dich' übrig. Sei diese dich-lose ‚Du'. Verweile als das. Das ist der glorreiche, zustandslose Zustand. Das Absolute. Hier triffst du deine Buddha-Natur und verschmilzt mit ihr, im Christus-Bewusstsein, im Krishna-Bewusstsein. Hier bist du eins mit dir selbst. Du hast Leute von der ‚einen Liebe' reden hören. Dieses Einssein ist Liebe. Verweile als Liebe. Ruhe darin. Dort gibt es keine Anstrengungen, keine spirituellen oder religiösen Übungen um etwas zu leisten. Ein Pilgern vom Kopf zum Herzen. Warte nicht darauf. Wahrheit ist keine Reise. Es ist da, wo jede Reise endet. Wahrheit ist kein Bündel voller Vorstellungen. Alle Vorstellungen verschmelzen darin und du verbleibst als das, was du bist. Gewöhne dich an ein 'du' ohne jegliche Information von dir. Da gibt es keinen Lebenslauf, kein Fotoalbum vergangener Ereignisse, keine Geschichten. Verweile da. Von da siehst du sehr klar und sehr frisch die Aktivitäten deines Verstandes und der Identifizierung. Es wird gesehen. Deine Macht ohne Bindung zu sehen ist deine Freude, dein Friede.